Der Regierungsrat negiert die Klimaforschung und den eigenen Monitoringbericht

Der Regierungsrat lehnt die kantonale Klimaschutzinitiative ohne Gegenvorschlag ab. Damit zeigt er klar auf, dass er das Ausmass der Klimakrise nicht erkennt und seine Verantwortung nicht wahrnimmt. Er negiert damit die jahrzehntelange Arbeit der Klimaforschung und die Erkenntnisse seines eigenen Monitoringberichts.

Die Coronopandemie hat die Wissenschaft völlig unvorbereitet getroffen. Die Gefährlichkeit und die Verbreitungswege des Krankheitserregers waren im Voraus kaum abschätzbar. Im völligen Gegensatz dazu befasst sich die Klimaforschung seit Jahrzehnten mit den immer stärker, auch von Laien wahrnehmbaren Folgen der Klimakrise. Der Weltklimarat kann heute die Konsequenzen des Handelns respektive des Nichthandelns klar aufzeigen. Er stellt sein Wissen der Politik zur Verfügung und stellt in immer eindringlicheren Berichten dar, dass je länger mit Handeln zugewartet wird, sich die Folgen immer drastischer zeigen. Die Kosten für die Bewältigung von extremen Wetterereignissen werden auch bei uns exponentiell steigen. An die Bewältigung der von der Klimakrise ausgelösten Flüchtlingsströme mag sowieso niemand denken. Das Verschwinden der Gletscher in der Schweiz in diesem Jahrhundert ist bereits weitgehend besiegelt. In dieser Situation steckt unsere Regierung den Kopf in den Sand! Knapp 10 Millionen Franken mehr pro Jahr müsste sie investieren, um die vollständige Rückführung der CO2-Abgaben in den Kanton Aargau im Umfang von jährlich knapp 19 Millionen Franken pro Jahr sicherzustellen. Da spricht die Regierung von einer „starken Belastung des Staatshaushalts“. Gleichzeitig legt sie dem Grossrat aktuell ein Steuersenkungsprogramm vor, welches den Kanton jährlich weit über 100 Millionen Franken kosten wird! Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit! Wo bleibt da die Verantwortung?
Im Dezember 2020 publizierte der Regierungsrat den Monitoringbericht zur Umsetzung seiner Energiestrategie. Er zieht darin das Fazit: „Um bis 2050 das Netto-Null-Ziel erreichen zu können, muss die Dekarbonisierung erheblich intensiviert werden.“ Energiepolitisch tragen die Kantone die Verantwortung im Gebäudebereich. Seit Jahren fordern wir hier ein stärkeres Engagement des Kantons. Alle unsere Vorstösse im Parlament und unsere Anträge in den Budgetdebatten wurden abgeblockt. Mit der Klimaschutz-Initiative setzen wir auf das Verantwortungsbewusstsein der Aargauer Bevölkerung. Sie wird zu entscheiden haben, ob sie die Signale der Wissenschaft wahrnimmt. Sie wird darüber entscheiden, ob wir die Ziele im Gebäudebereich bis 2050 erreichen wollen. Sie wird aber auch darüber entscheiden, ob die aktuelle globale Ausbeutung unseres Planeten ungebremst weitergehen soll und ob sie die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen wahrnehmen will. Der Regierungsrat zeigt mit seinem heutigen Entscheid, dass er dazu nicht in der Lage ist. Mit einem Ja zur Klimaschutzinitiative werden wir diese Haltung korrigieren!

Quelle: Medienmitteilung von Robert Obrist vom 16. April 2021

Kandidierendenfoto Robert Obrist

Robert „Robi“ Obrist

1958, Schinznach (-Dorf)

Grossrat Bezirk Brugg
Seit 2000 am Forschungsinstitut für biologischen Landbau Frick (FiBL), Leiter Departement Beratung, Bildung und Kommunikation, 2012 CAS Nachhaltige Entwicklung Uni Bern, 1984 Abschluss Dipl. Ing. Agr. ETH Zürich, Verheiratet, eine erwachsene Tochter.

Infos zur Person

Mandate

  • 2016 Präsident Grüne Brugg
  • 2015 Delegierter Grüne Schweiz
  • 2014 Grossrat Grüne Bezirk Brugg, Kommission Aufgabenplanung und Finanzen (KAPF) und Geschäftsprüfungskommission

Mitgliedschaften

  • Seit 2011 Mitglied der Regionalkonferenz Jura-Ost, Vorsitzender Fachgruppe „Sozioökonomische-ökologische Wirkungsstudien“
  • Seit 1999 Geschäftsführender Präsident des Fördervereins Werkstatt Schenkerbergtal
  • 2000 – 2009 Präsident der Weinbaugenossenschaft Schinznach

Standpunkte

Für mehr statt weniger Bildung

Ausrichtung aller Bildungsbereiche, von der Volksschule bis zur Hochschule, auf eine anspruchsvolle Zukunft!

Für eine nachhaltige Wirtschaft

Anliegen der Konsumenten, schützen, Arbeitsplätze schaffen und die Energiewende vollziehen!

Für einen Kanton mit Profil

Mit einer schlanken Verwaltung die Herausforderungen anpacken und die Zukunft aktiv gestalten!